Eike Held         
d i r e k t
O b j e k t b i l d e r   a u s   W e r t s t o f f e n


E r ö f f n u n g
Freitag 14. Oktober 2011  19 - 21 h

Ausstellung vom 15.10. - 18.11.2011
verlängert bis 02.12.2011

F i n i s s a g e
Freitag 02. Dezember 2011  ab 18 h

westendstudios.2011
Samstag 15. November 2011 .. 15 bis 21 Uhr
Sonntag .16. November 2011 .. 15 bis 21 Uhr
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neue Adresse der Galerie
Schwanthalerstr. 141 Rgb, 80339 München
Öffnungszeiten + Atelierbesuche bei der Künstlerin nach telef. Vereinbarung
unter 089 - 50 56 10


"Zu meiner Alltagswirklichkeit gehört Verpackung. Mein Müll ist gelebtes Leben. Mit ihm ist Erinnerung verknüpft. Er ist ein Zeitdokument."
Wenn die Ware ausgepackt ist, hat die Hülle keinen Gebrauchswert mehr und wird zum Abfall. Diesen sammele ich, getreu nach einem Zitat von Nietzsche "Wir aber wollen die Dichter unseres Lebens sein. Und im Kleinsten und Alltäglichen zuerst."
Das Warending interessiert mich. Es steht in einer Beziehung zu mir. Ich empfinde es als rätselhaft und mehrdeutig, also muss ich herausfinden, warum das so ist. Es geht darum, die Seele hinter dem Sichtbaren zu erspüren. Mit der Wahl des Motivs fängt ein Zwiegespräch an. Es gerät in eine Zwischenzone. Das Material wird zum Thema meiner Arbeit.
Ich lote aus, ob es sich in dem neuen Kontext anders zeigt als bisher wahrgenommen und sich überraschende Bedeutungen auftun.
Das Fundstück wird nicht malerisch abgebildet, sondern als dreidimensionales Teil in die Bildfläche geklebt. Es wird in eine materialbedingte Struktur eingebettet. Die Nahtstellen werden übermalt. Es entsteht ein Gemisch aus Ding und Farbe, eine Verpuppung, ein Mimikry. Ich untersuche so die Oberfläche der Objekte und habe die malerisch anspruchsvolle Aufgabe, sie in eine lebendige Fläche zu integrieren, sie als Relief zum Muster werden zu lassen.
Sie verschwinden als Ding und werden im Werk auratisch aufgeladen. Das Bild ist sichtbargemachtes Denken, Recycling statt Finalität. Es ist eine politische Entscheidung, durch Kunst die Sicht auf Abfälle, auf unedles, armseliges Material zu lenken. Müll verweist auf Vergängliches. Es reizt mich, aus Wertlosem etwas Wertvolles zu bilden. Die Schwingung zwischen Erhabenheit und Ekel fasziniert mich.
Eike Held

 

  
"ausgelöst"   2011  Perlonstrümpfe, Schaumstoff, Acryl, Katheter
165 x 12 x 11 cm und 198 x 13 x 12 cm