Peter Gratzer-Schick

Papierarbeiten

26.09. - 30.10.2009..verlängert bis 13.11.2009

Finissage am Freitag 13.11.2009 ..... 18 - 21 h

A u s s t e l l u n g s e r ö f f n u n g
Freitag 25. Sept. 2009...19 - 21 Uhr
werkschau.galerie, München, Ligsalzstrasse 11
Ö ffnungszeiten: Fr 15 - 18 Uhr + Sa 11 - 14 Uhr


O f f e n e s ..A t e l i e r. des Künstlers
Samstag 03. Okt. 2009...11- 18 Uhr
München, Kreuzstrasse 9 Rgb
Nähe Sendlinger Tor

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Es sind Arbeiten, Betrachtungsfelder ohne Anfang und Ende, die durch ihre Ausmaße ein Zeitfenster jener Größe eröffnen.

Im fertigen Bild grenzen Farben und Strukturen aneinander, grenzen sich auch gegenseitig ab, überlagern sich, vermengen sich, ergänzen sich zu einem Ganzen. Während des Arbeits-prozesses fliessen aber nicht nur Farben zusammen und inein-ander, es kommte zum willentlichen, künstlerischen Gestalten und Entscheiden auch eine Komponente des schieren Zufalls hinzu.
In diesem Sinne ist dieses doch sehr enge, strenge Werk-konzept - Verziehen der Farbe mit Pinsel und Rakel, Schich-tungen, Rahmen - doch nicht starr: Weil nicht zu jedem Zeit-punkt des Werkprozesses zu hundert-Prozent genau vorher-sehbar ist, was alles passiert in diesem "Werkstück", ...
In diesen Bildern geht es um den Bruch zwischen Farbe und Farbe, zwischen Struktur und Struktur: Kräftige Töne prallen auf-einander, arbeiten sich aneinander ab, reiben sich am Übergang aneinander. Vielfach springen Vorder- und Hintergrund hin und her, das Auge knallt nicht auf eine starre Bildfläche, auf keine unverrückbare Darstellung, sondern beginnt ...zu arbeiten, sucht nach der Auflösung - was ist vorne im Bild, was ist weiter hinten? Und diese Augenarbeit in der Betrachtung kann lange gehen, oft sucht das Auge immer weiter, ohne sich jemals festzulegen oder festlegen zu lassen, süchtig nach dem Bewegten, nach dem Sich-Bewegenden im Bild, nach der Spannung, die da enthalten ist. Genau da gewinnen die Arbeiten ihre Tiefe, gerade im Ab-strakten, eine so intensive, spannende Tiefe, dass der verdor-bene Viel-Seher in unserem Auge bei manchen Bilder einen Sekundenbruchteil schon wähnt, es könne vielleicht doch so eine Art Magic-Eye-Trick lauern und etwas Gegenständliches hervortreten. Das wäre ein Missverständnis. Ums Abbilden , ums figürliche Nachbilden geht es hier nicht. ...

In diesen Arbeiten sehen wir das Moment, das Bewegte, sich Bewegende ins Spiel zwischen Farbstruktur und Farbstruktur übertragen, in ihm auch verwirklicht: Wie Farben sich aneinander bewegen, wenn Wind und Licht durch dunkles Laub brechen und die Blätter rütteln und verfärben oder wenn Wasser über grünlich schimmernde Algen fliesst und sie drückt und zieht: Solche kurzen Momente, solche einmaligen Bewegungen scheinen in diesen Arbeiten auf.........................................................aus der Rede von Gregor Hoppe zur Eröffnung der Ausstellung "Moment einmal" im Taubenturm in Dießen.


Der Künstler selbst über Papierarbeiten:

Was macht eine Papierarbeit aus?
Wenn die Wesenheit eines Stoffes zum Tragen kommt, wenn sie sichtbar wird, wenn spezifische Eigenheiten sich voll entfalten und ihren Einfluss nehmen dürfen, dann bekommt die Arbeit ein Gewicht.
Der Bildträger ist nicht auslöschbar: Er wirkt immer seinen spezifi-schen Eigenschaften entsprechend. Wenn die Leichtigkeit des Papiers leben darf, kann dieses der Malerei, dessen Träger und Beeinflusser es ist, zu einer Ausformung verhelfen, die nur durch diese Kombination und durch die Achtung der Eigenheiten sich aubilden kann. Austauschbarkeit oder Entwertung sind so nicht mehr möglich.
.....................................................................Peter Gratzer-Schick 2009