Alexandra Hendrikoff

Noetische-Hand-Arbeiten

22.02.2008 - 06.04.2008

Eröffnung am Do 21.02.2008 19 - 21 h

 

Erläuterung zum Begriff "Noetische Hand Arbeiten"
noetisch (aus dem Griechischen):
zum Intellekt, zur Erkenntnis gehörend

"Mir begegnete das Verb noetisch in einem Text zur Gehirnforschung und beschrieb darin das
Gewinnen von Erkenntnis durch intensive Wahrnehmung (mit allen Sinnen) des gesamten
Objektes oder Themas... als respektvolle und emphatische Alternative zu Skalpell und Mikroskop"
(Alexandra Hendrikoff)

www.alexandrahendrikoff.de

 

… "Noetische Hand Arbeiten" nennt die Künstlerin ihre Werkreihe nach der Noetik, einer Art angewandten Logik, der zufolge Erkenntnis nicht nur auf richtigem Denken fußt, sondern auch auf wahrem Erkennen. Und möglicherweise birgt die in hohem Maße meditative Beschäftigung mit den kleinen Bestandteilen der Natur auch Erkenntnismöglichkeiten für intellektuell nicht lösbare Fragen, ähnlich denen, die im Koan der Zen-Schulen den Schülern zum Nachdenken aufgegeben werden. Nehmen wir die Rätsel der Natur, die sich jenseits wissenschaftlicher Forschung und Beantwortbarkeit stellen, so könnte diese meditative
Beschäftigung mit der Materie und vielleicht auch die entsprechende Kunstbetrachtung eine Möglichkeit sein, zu Erkenntnissen jenseits der Ebene logischer Aussagen zu kommen. …
(Zitat aus dem Artikel von Anke Humpeneder / Landshuter Zeitung vom Fr 13.05.05)

 

 

Orte der Wandlung

Gezeigt werden Objekte, die an Kokons, Tore, Tunnel und Hüllen erinnern. Geöffnet oder geschlossen geben sie der Transformation einen Ort. Das Wesen kann sich einnisten und verweilen oder hindurch schlüpfen, je nach Dauer, die der Prozess seiner Wandlung bedarf.

Nicht die Kopie einer vorhandenen Naturform ist das Ziel, sondern das Erforschen der biologischen Formen-sprache. Einzelne Buchstaben dieser Formensprache werden auf der Suche nach dem Wesenhaften in eine eigene Sprache übersetzt.

Wesen wie Kaulquappen, Bienen, Samen, Raupen oder Embryos werden in ein Umfeld gebettet, das ihr Werden schützend umhüllt, um sie zu gegebener Zeit wieder frei zu geben.

Dieser Orte bedarf es im Zyklus des Lebens immer wieder. Sie müssen nicht unbedingt materiell beschaffen sein, auch Religionen, Philosophien, Freundschaften oder das Alleinsein können Transformationen verorten.
Eine Pfütze, ein Zimmer oder ein Mantel können dafür Raum bieten, wenn ein gewisser Schutz gewährleistet ist, sich ungestört, im rechten Augenblick, auf den Prozess einzulassen.

Diese Ausstellung zeigt frei stehende, im Raum hängende und an der Wand sitzende Papierobjekte, die von Garn, Gaze, Pflanzensamen, Holz, Glas und Strohseide durch-wirkt oder benetzt sind.