Laura Siebauer

Bauten + Biester
S c h m u c k o b j e k t e

04.12.2009 - 30.01.2010 verlängert bis 12. Febr.

A u s s t e l l u n g s e r ö f f n u n g
Freitag 04. Dezember 2009...18 - 21 Uhr

F i n i s s a g e
Freitag 12. Februar 2010 ab 18 Uhr
Livemusik 19:30 Uhr


werkschau.galerie, München, Ligsalzstrasse 11
Öffnungszeiten: Fr 15 - 18 Uhr + Sa 11 - 14 Uhr
und nach telef. Vereinbarung unter 089 - 50 56 10

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Das verlassene Haus

Es regnet. Die Landschaft ist grau.
Ich bücke mich. Ich betrachte den gefundenen Gegenstand: Blau wie das Meer, der Rest eines Tellers.
Ich hebe den Blick und sehe das alte Haus.
Ich gehe näher und blicke durch das geborstene Fenster: ein alter Topf, eine geschwärzte Feuerstelle, ein mir unbekanntes, Gerät an einem hölzernen Haken. Ein Strick an der Wand.
Reste von Stroh und vermodernden Blättern, im Dach ein großes Loch. Ein Balken liegt quer im Raum.
Das Haus ist verlassen. Geblieben sind die Zeugnisse des stattgefundenen Lebens.
Mit dem Verlassenwerden begann die Verwandlung.
Der Staub senkte sich und breitete sich über die Dinge, mit jeder Ernte neue Schichten bis ein samtener Überzug über ihnen lag.
Vergessen.
Spuren entstehen. Die Fußtritte eines kleinen Tieres. Maden, die sich durchs Holz und den zurückgebliebenen Kot der Ziege winden.
Wasser rinnt an dem dicken Balken entlang, an dem es eine dunkle Spur hinterlässt, um in der Nähe der Feuerstelle geduldig auf den Boden zu tropfen.
Es trocknet, tropft aufs neue. Der Balken bekommt eine neue Farbe.
Eines Tages gibt er ein wenig nach. In der großen Stille - ein Ereignis: ein Knirschen nur - das Aufschlagen eines herab- fallenden Ziegels, der zerbricht.
Am Boden der Verlassenheit: Scherben.
Nun hat das Wasser ungehinderten Zugang. Die Stelle in der Nähe der Feuerstelle füllt sich rascher.
Nun findet ein Vogel seinen Weg ins Innere, bringt Material, baut sein Nest. Sein Kot dient den wachsenden Kräutern.
Die Farben verändern sich.
Die Wände ehemals weiß gekalkt.
Die reingewehten Blätter - braun.
Der Topf verliert sein Blau.
Das Haus entschwindet und findet ein neues Gesicht.
Ich blicke auf die Emaillescherbe in meiner Hand. Der Wind dieses regenschweren Tages fährt mir ins Gesicht.
Ich wende mich zum Gehen.



 

 

 

 

 


 

........Tiere

Broschen




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